Photo: Alex Proimos from Flickr (CC BY-NC 2.0)

Warum spricht eigentlich kaum jemand über Interventionsspiralen? Warum es keine einfachen Lösungen auf großer Ebene gibt und was die Alternativen sind.

Wer A sagt, der muss auch B sagen, und C, und D, und E …

Was ist eigentlich die Aufgabe von Politikern? Von Abgeordneten, Regierungsmitgliedern und deren Mitarbeitern? Die meisten Menschen würden vermutlich antworten, dass „die Politik“ Probleme lösen soll. Probleme, zu deren Lösung die Gesellschaft ohne Zutun ihrer gewählten Vertreter und Regierungen nicht in der Lage seien. Oft handelt es sich dabei um Fälle von sogenanntem Marktversagen, in denen der freie Austausch der Individuen zu ineffizienten oder nicht erstrebenswerten Ergebnissen führe. Und so geht der politische Betrieb mit viel Tatendrang und vor allem voller Überzeugung, das Richtige zu tun, ans Werk; identifiziert und diskutiert Probleme, beschließt Lösungen. Indes ist „der Politiker als Problemlöser“ ein Zerrbild, dem eine maßlose Überschätzung des Menschen zu Grunde liegt. Denn frei nach Leonardo da Vinci: egal ob Mietendeckel, Mindestlohn oder Drogenkrieg – die meisten Probleme entstehen bei ihrer Lösung. Und zur Lösung dieser neuen Probleme werden auch immer neue Maßnahmen entwickelt, die ihrerseits wieder neue Probleme produzieren. Was wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Politiker klingt ist tatsächlich eine verhängnisvolle Interventionsspirale.

Die Interventionsspirale ist der Eintopf politökonomischer Probleme

Die politische Ökonomie beschäftigt sich mit dem Austausch zwischen Individuen und den formellen und informellen Regeln, die diesen Austausch koordinieren. Im Grunde ist jedes politische Problem eine Art abstraktes Beziehungsproblem der Menschen einer Gesellschaft. Die konkreten Ursachen dieser Probleme sind schier unbegrenzt. Doch zumeist lassen sie sich auf zwei grundlegende menschliche Schwächen zurückführen: (1) Wir überschätzen konsequent unsere eigenen kognitiven Fähigkeiten. Wir denken, alles zu wissen und alle Konsequenzen unseres Handels abschätzen zu können. Und (2) wir sind keine Engel, wir verhalten uns opportunistisch und ziehen häufig den kurzfristigen eigenen Vorteil dem langfristigen größeren oder gemeinschaftlichen Vorteil vor. Interventionsspiralen entstehen genau aus diesen zwei Gründen.

Unabsehbare Konsequenzen: Was der Mietendeckel und der War on Drugs gemeinsam haben

Zwei Beispiele: Wenn nun der Berliner Senat niedrigere Mieten durch den sogenannten Mietendeckel erzielen möchte oder die US-Regierung mit dem War on Drugs den Missbrauch von Drogen bekämpft, dann erscheint beides erst einmal als grundsätzliche geeignete Lösung eines Problems (unabhängig von der Bewertung des jeweiligen Sachverhalts als politisches Problem). Nun beeinflusst diese politische Regeländerung (Mieten werden gedeckelt, bestimmte Drogen sind verboten) aber auf einen Schlag zig- wenn nicht gar hunderte Millionen von Austauschbeziehungen. Und es ist eine ganz absurde Vorstellung, dass die Konstrukteure der Regeln alle Konsequenzen abschätzen könnten.

Große politische (Problemlösungs-)Projekte führen daher zu einer unendlichen Anzahl an Folgeproblemen. In Berlin wird der Senat in Zukunft vermutlich damit konfrontiert sein, dass sich nur noch staatlich subventioniertes Bauen lohnt, was das Wohnungsangebot weiter verknappt. Auf den Mietendeckel folgt also aller Voraussicht nach ein staatliches Wohnungsbauprogramm. Und so weiter und so fort. Einerseits geht so die Signalfunktion von Preisen vollständig verloren, sodass weder das Berliner Umland von einem Preisgefälle profitieren noch Unternehmer zum Neubau von Wohnungen angereizt werden. Andererseits muss ja auch der Staat seine Subventionen irgendwo hernehmen, sodass der gemeine Mieter am Ende trotzdem die Zeche zahlt, nur eben über Steuern und mit einem saftigen Verwaltungsaufschlag.

Und der „War on Drugs“? Anstatt einen kontrollierbaren Markt für rauscherzeugende Substanzen zu schaffen, auf dem zumindest die Qualität von Rauschmitteln weitestgehend gesichert werden kann, schafft die Drogen-Prohibition den größten illegalen Markt der Welt. Statt vom verfassungsgebundenen Staat wird dieser Markt von gewalttätigen Mafias regiert, die nun abermals von staatlichen Behörden bekämpft werden. Und das vor allem im Ausland und unter Mithilfe von korrupten Regierungen und fragwürdigen Desposten. Das stürzt ganze Länder in Mittel- und Südamerika in Chaos und Gewalt. Wer hätte gedacht, dass der Kampf gegen Drogen in den USA zu einem der größten geopolitischen Probleme unserer Zeit wird?

Nicht selten enden Interventionsspiralen in einem Wettlauf um Privilegen

Doch nicht nur die (unvorhersehbaren) Konsequenzen politischer Regeländerungen treiben die Interventionsspirale an. Wie der österreichische Ökonom Ludwig von Mises feststellte, geschieht dies auch durch schlichte menschliche Begehrlichkeiten (wir sind eben alle keine Engel):

Der Interventionismus wird zu einem Wettlauf der einzelnen Interessenten und Interessengruppen um Privilegien. Die Regierung wird zu einem Weihnachtsmann, der Geschenke verteilt. Doch die Beschenkten müssen die Gaben, die sie empfangen, doppelt bezahlen. Dem Staate stehen keine anderen Mittel zum Schenken zur Verfügung als solche, die er dem Einkommen und dem Vermögen der Untertanen entnimmt.

Ludwig von Mises, Ominipotent Government, 1944; dt. Im Namen des Staats, Bonn 1978, S. 93.

In anderen Worten: Fangen wir einmal damit an, bestimmte Interessen über andere zu stellen oder scheinbar auszugleichen, geht der Wettbewerb um Privilegien erst so richtig los. Politiker wollen schließlich wiedergewählt werden und Interessengruppen das Beste für ihr Klientel herausholen. So öffnet beispielsweise der „ganz große Wurf“ Mietendeckel Tür und Tor für allerhand Sonderregelungen: sei es für bestimmte Neubauten, Immobilienbesitzer oder Genossenschaften. Sind deren Interessen erst einmal berücksichtigt, kommen Mieterbund und Co. um die Ecke und verlangen ihrerseits wieder einen Ausgleich. Die Politik wird zum Basar, auf dem von hier nach da nach dort munter umverteilt wird. Und am Ende stehen alle mit weniger da. Schließlich gibt es keine kostenlose Regulierung. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass Regulierungen à la Mietendeckel den Markt effizienter machen, würden Durch- und Umsetzungskosten diesen Vorteil am Ende doch wieder aufwiegen.

Es gibt keine einfachen Lösungen auf großer Ebene

Was folgt daraus? Wer einfache Lösungen auf großer Ebene propagiert, der mag vielleicht hehre Absichten haben, aber dem sollten wir trotzdem kein Gehör schenken. Zu unabwägbar sind die Konsequenzen von großen Lösungen, zu weit öffnen sie das Tor für Folge und Folge-Folge-Interventionen und Klientelpolitik, die am Ende alle schlechter dastehen lassen.

Und die Alternative?

Erstens bedarf es eines ausgewogenen Blicks auf die Möglichkeiten von Markt und Staat. Aufgrund der menschlichen Schwächen können weder der Markt noch der Staat zu einhundert Prozent effiziente Lösungen hervorbringen. Die meisten Interventionsspiralen beginnen indes mit dem Vergleich eines vermeintlichen Marktversagens mit einer perfekten Staatslösung. Wer auf Basis dieses Vergleichs eine Entscheidung trifft, fällt dem sogenannten Nirvana-Trugschluss zum Opfer. Vergleicht man jedoch eine realistische staatliche Alternative mit allen ihren Schwächen mit dem Status Quo, so offenbart sich zumeist, dass ein Marktversagen einem Staatsversagen vorzuziehen ist.

Doch auch dies bedeutet nicht, dass wir uns einfach mit ineffizienten Situationen abfinden sollten. Denn zweitens müssen wir den Blick über den Tellerrand hinauswerfen. Der Staat, sei es auf Landes- oder Bundesebene mag vielleicht die sichtbarste aller Ordnungen unseres täglichen Zusammenlebens sein, aber er ist eben doch nur eine unter vielen Ordnungen. Auf kleinster Ebene, sei es in der Nachbarschaft, der Wohnungsbaugenossenschaft oder im Stadtteil, lassen sich Lösungen finden, die viel weniger zu Interventionsspiralen neigen. Denn die niedrige Ebene bedeutet weniger unabsehbare Konsequenzen, weniger Interessen, die vereint werden müssen, und weniger weitreichende Konsequenzen, sollte eine Ordnung am Ende doch einmal nicht (nur) das gewünschte Ergebnis nach sich ziehen.

Das wäre doch mal einen Versuch wert.

Photo: Junge Tüftler from Flickr (CC BY-SA 2.0)

Von Dr. Alexander Fink, Universität Leipzig, Senior Fellow des IREF – Institute for Research in Economic and Fiscal Issues, und Kevin Spur, Student der Ökonomie an der Freien Universität Berlin.

Erst jüngst äußerte Bundeskanzlerin Merkel Zweifel, ob Deutschland und Europa die Voraussetzungen haben, technologisch weltweit mitzuspielen. Auch andere sehen mit Sorge in die technische Zukunft Deutschlands. Immer wieder wird als Grund für Pessimismus der Fachkräftemangel genannt. Der Ruf nach mehr MINT-Studierenden – also Studierenden in Mathematik, Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik – resultiert aus dem identifizierten Mangel. Allerdings ist seit der Jahrtausendwende der Anteil an MINT-Studierenden in Deutschland deutlich gestiegen und im internationalen Vergleich schließen hierzulande relativ viele Studierende mit einem Abschluss in MINT-Fächern ab. Das stimmt optimistisch, denn MINT-Absolventen profitieren nicht nur selbst von ihren Fähigkeiten, sondern verursachen laut Befunden der wissenschaftlichen Literatur besonders ausgeprägte positive externe Effekte.

MINT für mehr Produktivität und Innovation

Arbeiten in einer Region viele Ingenieure, Informatiker oder Naturwissenschaftler, steigt die Innovationskraft und auch andere Arbeitskräfte in der Region profitieren z. B. in Form höherer Löhne, wie Forschungsergebnisse für die USA zeigen. John V. Winters hat den externen Effekt von MINT-Absolventen auf die Löhne in der gleichen Metropolregion untersucht. MINT-Absolventen haben im Vergleich zu Absolventen von Fächern außerhalb der MINT einen signifikant höheren positiven Effekt auf die Löhne anderer Arbeiter. Giovanni Peri kommt mit Ko-Autoren in einem Papier von 2015 zu einem ähnlichen Schluss: Eine Erhöhung ausländischer MINT-Arbeitnehmer in einer Region ist mit einem signifikanten Anstieg der Löhne von universitär und nicht-universitär ausgebildeten Einheimischen verbunden. Gemäß der Ergebnisse von Winters in einem Papier von 2015wirkt sich die Zahl an MINT-Absolventen zudem positiv auf die Anzahl der Patente pro Einwohner aus, während Nicht-MINT-Absolventen Regionen und Länder auf diesem Wege nicht positiv beeinflussen.

MINT-Studium: 90er Flop, seit 2000 (wieder) Top

Der Ruf nach mehr MINT-Studierenden in Deutschland ist gerade angesichts der Forschungsergebnisse für die USA nachzuvollziehen. Doch wie ist es in Deutschland um die Beliebtheit der MINT-Fächer aktuell bestellt – im Vergleich zu früher und im Vergleich zu anderen Ländern?

Daten des Statistischen Bundesamtes für den Zeitraum von 1975 bis 2017 liefern Aufschluss über den Anteil an MINT-Studierenden im ersten Fachsemester in Relation zu allen eingeschriebenen Studierende im ersten Fachsemester. 1989 erreichte der Anteil an MINT-Studierenden mit 37,3 % seinen vorläufigen Höhepunkt, bevor es in den 1990er Jahren bis auf 29,6 % bergab ging. Das war 1997.

Spätestens seit der Jahrtausendwende hat sich das Blatt gewendet. Bis zum Wintersemester 2015/16 stieg der Anteil der MINT-Studierenden auf 40,5 % und ist seitdem etwa konstant. Die MINT-Fächer sind wieder die beliebtesten Fächergruppen unter den 878.000 Studienanfängern an den Hochschulen. Während 2017 etwa 322.000 junge Menschen Wirtschafts-, Sozial- oder Rechtswissenschaften studierten, wurden 351.000 Studierende in MINT-Fächern ausgebildet.

Historisch befindet sich die Zahl an Studienanfängern und die der MINT-Erstsemester auf einem Rekordniveau – ein Grund für Optimismus. Aber wie sieht es im internationalen Vergleich aus?

International: Hoher MINT-Anteil

Die OECD hält Daten zum Anteil von STEM-Universitätsabsolventen ihrer Mitgliedsländer bereit. STEM steht für Science, Technology, Engineering und Mathematics – das englische Äquivalent zu MINT. Deutschland steht hier an der Spitze.

Während im jüngsten verfügbaren Jahr 2016 in Deutschland 36 % aller Hochschulabsolventen aus den MINT-Fächern kamen, waren es in Frankreich knapp 26 %. Großbritannien wies einen MINT-Absolventenanteil von 26 % auf und lag damit immer noch über dem OECD-Durchschnitt von 24 %. In den USA schlossen lediglich 18 % der Absolventen ihre Ausbildung in einem MINT-Fach ab. Auch im internationalen Vergleich ist es um die deutsche MINT-Quote bei Studierenden gut bestellt.

Tertiärer Abschluss: Anteil der Bevölkerung gering

Der hohe MINT-Anteil unter den Studierenden in Deutschland wird allerdings von einem vergleichsweise niedrigen Bevölkerungsanteil mit tertiärer Ausbildung begleitet. So hatten in der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen 2017 gemäß Daten der OECD 31,3 % einen Abschluss an einer Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie gemacht. Der OECD-Durchschnitt lag deutlich höher, nämlich bei 44,5 %. Unter Deutschlands Studierenden sind also relativ viele MINT-Studierende bei insgesamt niedrigen Studierendenzahlen. Der Nachteil der niedrigen Studierendenquote wiegt jedoch angesichts der in der DACH-Region üblichen Möglichkeit zur berufsbegleitenden Ausbildung außerhalb der Hochschullandschaft weniger schwer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Tätigkeiten, die in anderen Ländern eine Hochschulausbildung voraussetzen, werden in der DACH-Region relativ häufig von Personen mit Berufsausbildung ausgeübt.

Das deutsche duale Ausbildungssystem hat sich dabei als erfolgreich erwiesen, junge Menschen in der Schule und am Arbeitsplatz mit Fähigkeiten auszustatten, die es ihnen erlauben, am Arbeitsmarkt zu reüssieren – ohne zu studieren. Man darf optimistisch sein, dass gerade die direkte Einbindung in den Arbeitsmarkt dazu beiträgt, dass die duale Ausbildung auch in einer durch schnelleren technologischen Wandel geprägten Welt relevante Fähigkeiten vermittelt und ein Erfolgsmodell bleiben wird.

Land der Ingenieure: Grund für Optimismus

Der Ruf Deutschlands als das „Land der Ingenieure“ ist angesichts des derzeitigen MINT-Rekordstandes bei den Studienfächern auch heute nicht ganz unverdient. Und gerade die Entwicklung der letzten Jahre gibt Anlass für Optimismus. Daraus folgt nicht, dass eine Akademisierung einiger ausgewählter heutiger Ausbildungsberufe und eine stärkere Präsenz deutscher Forschungseinrichtungen in der Weltspitze nicht wünschenswert wären. Aber der Befund lässt auch nicht den Schluss zu, in Deutschland werde an den Hochschulen nicht der für die technologischen Herausforderungen der Zukunft notwendige Humankapitalstock aufgebaut.

Erstmals erschienen bei IREF

Photo: Pineapple Supply Co from Unsplash (CC 0)

Was bleibt von Mario Draghis Amtszeit als EZB-Präsident? Nichts Gutes. Er wird in die Geschichte des Euro eingehen als derjenige, der Lirafizierung der Eurozone Vorschub geleistet hat. Und dann droht irgendwann, was schon Wladimir Iljitsch Lenin wusste: „wer die bürgerliche Gesellschaft zerstören will, muss ihr Geldwesen verwüsten.“

Ist der Euro der neue Gold-Standard? Das behauptet zumindest der spanische Ökonom Jesús Huerta de Soto, der 2013 die Hayek-Medaille der deutschen Hayek-Gesellschaft erhalten hat. Die Währung der EU sei so eine Art Gold-Standard für die ehemaligen Weichwährungsländer in Europa. Huerta de Soto ist offenbar nicht nur ein einflussreicher Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, sondern auch ein Anhänger des Euro. Sein Argument: die Südländer der Eurozone könnten nicht mehr ihre eigene Währung abwerten, um im Außenhandel preislich wettbewerbsfähig zu werden, sondern müssten nun durch Anpassungen im eigenen Land ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen. Diese Argumentation ist zumindest in Deutschland ungewöhnlich zu hören. Glaubt man hierzulande doch, dass der Euro eher das Gegenteil bewirkt habe.

Doch ganz abwegig ist Huerta de Sotos Argumentation erstmal nicht. Denn in einem festen Wechselkurssystem, und dieses ist der Euro-Raum seit 1999, kann nur durch eine Verbesserung der Standortbedingungen im eigenen Land die relative Produktivität einer Volkswirtschaft gegenüber anderen Wirtschaftsräumen innerhalb des Währungsraumes und auch außerhalb erreicht werden. Der Spanier argumentiert mit der Entwicklung seines eigenen Landes. Ohne die disziplinierende Wirkung des Euro wäre Spanien nicht so wettbewerbsfähig und die Interventionen des Staates weitaus größer. Die Zahlen Spaniens belegen das auf den ersten Blick. In den zurückliegenden vier Jahren wuchs die spanische Volkswirtschaft zwischen 3,6 Prozent und zuletzt 2,5 Prozent. Das Pro Kopf-Einkommen stieg in dieser Zeit um 18 Prozent und liegt wahrscheinlich in diesem Jahr erstmalig wieder auf dem Niveau des Jahres 2009. Das können nicht alle Länder in Europa vorweisen.

Dennoch ist der Vergleich mit dem Goldstandard irreführend. Aus mehreren Gründen. Der wichtigste vorneweg: Gold ist nicht manipulierbar. Die Goldmenge wächst jährlich um rund zwei Prozent. Daran ändert sich seit Jahrzehnten nicht viel. Dagegen wird die Geldproduktion im Euroraum von der Politik der EZB gesteuert. Sie ist äußert volatil. Zwar hat die EZB als vorrangiges Ziel, die „Preisstabilität zu gewährleisten“, doch dieses Ziel schafft sie nur auf den ersten Blick. Wer beispielsweise die Entwicklung der Vermögensgüterpreise in Deutschland anschaut, sieht sehr schnell, dass sowohl Aktien als auch Immobilienwerte in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen sind als die offizielle Zielmarke der Inflation von nahe 2 Prozent. Die EZB misst bei ihrem Inflationsziel lediglich die Entwicklung der Konsumgüterpreise anhand eines ausgesuchten Warenkorbs.

Besser ist dagegen, die Basis für Inflation zu betrachten, und diese liegt im Geldmengenwachstum. Denn dieses sagt etwas darüber aus, wieviel Geld insgesamt im Umlauf ist und so die Basis für künftige Preisanstiege von Konsum- und Vermögensgüter liefert. In den letzten 10 Jahren stieg die Geldmenge (M3) um 34 Prozent, die 10 Jahre davor um über 100 Prozent. Die Basis für die nächste Geldinflation hat die EZB durch die Schaffung von Zentralbankgeld, die zu einer Aufblähung der EZB-Bilanz geführt hat, bereits gelegt. Die EZB-Bilanzsumme stieg in den vergangenen 10 Jahren um rund 135 Prozent.

Die EZB betont in diesem Zusammenhang, dass dies alles notwendig sei. Würde die ausgewiesene Inflation deutlich über 2 Prozent steigen, dann könnte sie durch geldpolitische Maßnahmen nicht nur das Geldmengenwachstum drosseln, sondern auch wieder ihre Bilanz verkürzen.

Und hier kommen wir zu einem weiteren Grund, wieso der Euro kein Gold-Standard ist. Die EZB ist wahrscheinlich nicht mehr in der Lage, ihren geldpolitischen Kurs zu verlassen. Das zeigt auch die jüngste Ankündigung Mario Draghis. Würde Draghi einen härteren Kurs einschlagen, würde sofort eine Anpassungsrezession eingeleitet. Diese träfe nicht nur Deutschland hart, sondern würde die Staatsfinanzierung in weiten Teilen Südeuropas unmöglich machen und das Bankensystem in eine bedrohliche Lage bringen. Schon jetzt hat Italien mit 2 Billionen Euro die höchsten absoluten Staatsschulden in Europa. Würde das Zinsniveau signifikant steigen, wäre der Staatshaushalt in Rom in einer noch größeren Schieflage. Wahrscheinlich würde die gegenseitige Staaten-Banken-Abhängigkeit bei der Finanzierung noch weiter zunehmen und die Target-Verbindlichkeiten ebenso. Schon jetzt haben Italien (483 Mrd. Euro) und Spanien (400 Mrd. Euro) die höchsten Target-Verbindlichkeiten innerhalb der Eurozone. Letztere Zahl für Spanien zeigt auch, dass der Aufschwung dort fragil ist. Er ist getrieben von der Nullzinspolitik und der unkonventionellen Geldpolitik der EZB. Was bleibt also von Mario Draghis Amtszeit als EZB-Präsident? Nichts Gutes. Er wird in die Geschichte des Euro eingehen als derjenige, der nicht den Gold-Standard durch den Euro gebracht, sondern der Lirafizierung der Eurozone Vorschub geleistet hat. Und dann droht irgendwann, was schon Wladimir Iljitsch Lenin wusste: „wer die bürgerliche Gesellschaft zerstören will, muss ihr Geldwesen verwüsten.“

Erstmals veröffentlicht auf Tichys Einblick.

Photo: Todd Diemer from Unsplash (CC 0)

Von Matthias Weik und Marc Friedrich, Autoren von “Der Crash ist die Lösung” und „Kapitalfehler Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“.

Fortsetzungen sind meist nicht so gut wie das Original, aber bei Mario Draghis „Whatever it takes“ war der erste Teil schon verheerend. Nun hat er es wiederholt verlauten lassen und das Mantra der Märkte wiedergegeben: Die Bilanz der EZB ist auf Rekordniveau, und er will die Geldschleusen weiter öffnen, Anleihen aufkaufen und die Zinsen senken. Moment mal, wir sind doch schon bei 0% – wo soll das hin-gesenkt werden? In den Negativbereich! Was ist der Auslöser? Es sind miese Konjunkturaussichten, eine zu schwache Inflation sowie die drohende Rezession am Horizont, die für Panik unter den Währungshütern sorgen. Denn auch die US- Notenbank FED signalisiert Zinssenkungen. Andere Notenbanken sind schon aktiv geworden: In Australien sind wir auf einem Rekordtief. Indonesien, Indien, Malaysia, Philippinen, Neuseeland und China sahen sich ebenfalls genötigt, die Zinsen stärker zu senken als während der Finanzkrise 2008!

EZB-Chef Draghi droht mit einer Ausweitung seiner verheerenden Notenbankpolitik und bringt damit nicht nur US-Präsident Donald Trump zum Glühen. Kurzum jetzt kommt der Währungskrieg. Die Zinsen werden weiter sinken, es wird noch mehr Geld gedruckt und es werden noch mehr Anleihen von faktisch bankrotten Staaten und Unternehmen gekauft. Sollte sich der Ausblick nicht verbessern und die Inflation im Euroraum nicht anziehen, werde laut EZB-Boss Draghi eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik erforderlich sein.

Warum soll sich der Wirtschaftsausblick verbessern? Alle Anzeichen stehen auf Rezession, insbesondere beim Exportweltmeister und der Stütze der Eurozone – Deutschland. Deutschlands Schlüsselindustrie, die Automobilbranche, hat nicht nur etliche Probleme an der Backe, sondern ist schon in einer Rezession. Insbesondere im Gigamarkt China sieht es zappenduster aus. Die PKW-Verkaufszahlen in China sanken laut der China Association of Automobile Manufacturers im Mai abermals um 17,37 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für die ersten fünf Monate 2019 ist ein Verlust von 15,17 % zu verzeichnen. Die gesamten Fahrzeugverkäufe (PKW, Busse und LKW) sind in China, im Mai 2019 um 16,4 % zum Vorjahresmonat gesunken.

Auch andere Indikatoren verheißen nichts Gutes: Im April 2019 ist die Rohstahlproduktion in den deutschen Hüttenwerken um 8,7 % zum Vorjahresmonat gesunken. In den ersten vier Monaten 2019 sank der Output um 4,9 % zum Vorjahreszeitraum. Bereits im Jahr 2018 sank der Output um 2,2 %. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die Rezession in Deutschland und in den Euroländern voll einschlägt. Und genau dann wird ein panischer Mario Draghi konkret in Aktion treten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits Anleihen im Volumen von rund 2,6 Billionen Euro. Dennoch kündigte der EZB-Chef Mario Draghi an, seine Geldpolitik noch weiter voranzutreiben. Früher verkündetet er die Devise: „Whatever it takes.“ Heute: „Ein zusätzlicher Stimulus ist nötig“ und noch besorgniserregender: „Wir sind bereit, alle Instrumente zu nutzen, die notwendig sind.“ Diese Aussagen sollten uns spätestens jetzt alle auf die Barrikaden treiben, denn wir werden für die zum Scheitern verurteilte Notenbankpolitik einen immer höheren Preis bezahlen. Wir erwarten nach den Äußerungen Draghis, dass die EZB bereits auf ihrer nächsten Sitzung am 25. Juli eine Senkung des Einlagezinses beschließt. Auch die FED wird dieses Jahr noch die Zinsen senken um die Märkte sorry die Konjunktur anzukurbeln.

Nach Draghis Ansage verzeichnete der Handel mit europäischen Staatsanleihen einen Einbruch der Zinsen. Selbst die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen aus Frankreich und Österreich rutschten erstmals in den negativen Bereich. Betrachtet man die verheerenden volkswirtschaftlichen Eckdaten Frankreichs, dann wird auch dem Letzten die Gefahr bewusst. In Deutschland sind die zehnjährigen Bundesanleihen noch tiefer in die Negativzone gerauscht und erreichten ein Rekordtief bei minus 0,33 Prozent.

Selbst der Marktzins für Griechenanleihen fiel um 0,22 Punkte auf 2,47 Prozent. Zehnjährige Italien-Anleihen fielen um 0,21 Punkte auf 2,09 Prozent. Faktisch bankrotte Länder wie Italien und Griechenland können sich also trotz Rekordverschuldung, hoher Arbeitslosenquoten und einer Industrieproduktion auf dem Niveau von vor 20 oder 30 Jahren günstiger verschulden als je zuvor. Offensichtlich lautet heute das Motto: „Je schlechter die Bonität, desto niedriger der Zinssatz.“

Draghi wird alles versuchen, um eine Rezession zu unterbinden. Dies wird ihm jedoch nicht gelingen. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis unser auf Pump und kontinuierlichem Wachstum basierendes Wirtschafts- und Finanzsystem uns mit einem Riesenknall um die Ohren fliegt. Staaten, viele Unternehmen und Privatpersonen sind bereits bis zur Halskrause verschuldet. Die Welt ist süchtig nach der Droge billigem Geld. Diese Droge wird es in Kürze in gigantischen Mengen geben. Fakt ist: mit Gelddrucken lässt sich niemals eine Krise nachhaltig lösen!

Mit der kommenden Rezession werden die Notenbanken global zukünftig in noch größerem Stil als in der Vergangenheit die Geldschleusen öffnen und die Zinsen weiter senken. Die EZB wird noch drastischer in die Märkte eingreifen und Zombieunternehmen wie beispielsweise die italienischen Banken weiterhin am Leben erhalten. Die Zinsen werden weiter sinken und die Notenbankbilanzen werden in gigantischem, uns bis dato unbekannten Stil aufgebläht werden, um den Schein einer funktionierenden Finanzwelt weiter aufrecht zu erhalten. Die Planwirtschaft der Notenbanken wird in Kürze noch absurdere Ausmaße annehmen. Planwirtschaft hat noch niemals in der Vergangenheit funktioniert, und sie wird auch in Zukunft nicht funktionieren.

Die Folgen für uns Bürger? Die Immobilienblase wird noch gigantischer und Wohnen noch mehr zum Luxusgut. Noch mehr Menschen werden mit Geld, das sie nicht haben, Immobilien erwerben, welche sie sich nicht leisten können. Banken und Versicherungen werden weiter unter dem Notenbankexperiment leiden, und schlussendlich wir Sparer. Wir alle werden durch die Niedrigzinsphase weiter enteignet und sind Opfer dieses Ausnahmezustands. Altersvorsorge wird noch schwieriger. Immer mehr Menschen werden im Alter zu wenig zum Leben zu haben. Die Altersarmut wird weiter wachsen. Junge Menschen können heute nicht mehr adäquat für das Alter vorsorgen. Altersarmut ist vorprogrammiert! Lebens- und Rentenversicherungen, Bausparverträge und Riesterrenten erwirtschaften nicht mehr die versprochenen Erträge.  Wenn überhaupt, werden diese zumeist von den Gebühren wegfressen. Die Garantiezinsen werden weiter sinken und immer mehr Finanzinstitute werden Filialen schließen und schlussendlich von der Bildfläche verschwinden.

Das Einzige was die Notenbanken mit ihrer Politik erreichen werden, ist, sich abermals teuer Zeit zu erkaufen und den Crash abermals in die Zukunft zu verschieben. Denn eines werden sie nicht — das Problem lösen! Nein, lediglich die Fallhöhe wird weiter nach oben justiert und der Aufprall damit noch härter.

Photo: Carlos Cram from Unsplash (CC 0)

Was hat die Nullzinspolitik Mario Draghis mit dem geplanten Mietendeckel des rot-rot-grünen Senats in Berlin zu tun? Dort will die Stadtregierung per Gesetz die Höhe der Mieten für fünf Jahre einfrieren. Auf Antrag kann sogar eine Mietminderung durchgesetzt werden, wenn der Mietpreis überhöht ist. Eine allgemeingültige Mietobergrenze, die die Politik in Berlin festsetzt, dient hierbei als Orientierung. Der Mietpreis wird somit vom Senat höchstpersönlich und für alle verbindlich festgesetzt. Dies soll auch für Neuvermietungen und rückwirkend zum 18.6.2019 gelten. Bislang geht in der Diskussion unter, dass der Mietendeckel in Deutschland von den Nazis ein- und von den Kommunisten fortgeführt worden ist. Im November 1936 verhängten die Nationalsozialisten den vollständigen Mietpreisstopp in Deutschland. Mit wenigen Änderungen galten diese gesetzlichen Regelungen bis 1990 in der DDR. Der Zustand der DDR-Wohnungen war 1990 entsprechend desaströs. Linke und Rechte sind sich im staatlichen Interventionismus und in der Enteignung von Eigentum schon immer sehr nahe gewesen.

Doch eigentlich ist die Entwicklung der Mietpreise auch eine Folge der Politik von Mario Draghi. Das mag auf den ersten Blick nicht klar sein. Kann man denn die EZB auch dafür verantwortlich machen? Ja, die Entwicklung der Mieten in den Ballungszentren ist ein Kollateralschaden der Nullzinspolitik der EZB. Die Mieten haben sich in den letzten 15 Jahren in Berlin fast verdoppelt. Lagen sie im Durchschnitt 2004 noch bei 5,14 Euro pro Quadratmeter, so liegen sie aktuell bei 9,50 Euro. In Hamburg (von 7 auf 10,50 Euro) und in München (von 9,67 auf 16,42 Euro) sieht es nicht viel besser aus.

Kapital sucht Anlagemöglichkeiten. Große Kapitalsammelstellen wie Versicherungen, Pensionskassen und Fonds, die Milliardenbeträge ihrer vielen tausend Kleinanleger verwalten, werden in den Wohnungsmarkt gedrängt, weil alternative Anlageformen an Attraktivität verloren haben. Insbesondere die Anleihemärkte sind für diese Kapitalsammelstellen keine Renditebringer mehr. Wenn die 10-jährige Bundesanleihe mit einer Negativrendite glänzt, können Langfristanleger für ihre Pensionäre und Rentner daher keine Rendite erwirtschaften, die auskömmlich ist. Sie müssen Renten kürzen und/oder sich zwangsläufig umorientieren. Hier sind Immobilieninvestitionen attraktiv, da sie regelmäßige Einnahmen generieren und die erhöhte Nachfrage in den Ballungszentren auch noch die Anlagewerte steigen lassen.

Doch ist nicht nur die Umorientierung der Kapitalsammelstellen ein Grund für die wachsenden Mietpreise. Auch die erhöhte Liquidität, die von der EZB den Banken kostenlos zur Verfügung gestellt wird, trägt dazu bei. Dies kann an der Entwicklung der Notenbankbilanz veranschaulicht werden. In den letzten 10 Jahren stieg die Bilanzsumme der EZB um 135 Prozent von 2.000 Milliarden auf 4.700 Milliarden Euro. Dieses frische Geld aus dem Nichts diente in erster Linie dazu, Banken Liquidität zur Verfügung zu stellen, damit diese die Kreditvergabe für die Realwirtschaft stimulieren. Das ist in den vergangen 10 Jahren ganz gut gelungen. In den vergangen 10 Jahren ist die breite Geldmenge (M3) um 34 Prozent gestiegen. Doch die Nervosität der EZB und ihre Ankündigung weiterer geldpolitischen Stimulanzien macht deutlich, dass hier noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Es geht auch mehr! Hier muss man gar nicht so lange zurückschauen. In den 10 Jahre bis zum Platzen der Bankenblase 2008/2009, stieg die Geldmenge um über 100 Prozent. Das Platzen der dadurch entstandenen Spekulationsblasen in Spanien, Irland und anderswo hat ein Erdbeben ausgelöst, das bis heute noch nicht bewältigt ist.

Die Entwicklung des Wohnungsmarktes hat zuerst mit der Nullzinspolitik der EZB zu tun. Sie lenkt Kapital von nicht mehr rentierlichen Anlageformen in den Wohnungsmarkt und erhöht die Nachfrage bei relativ gleichem Angebot. Gleichzeitig führt die erhöhte Liquiditätsbereitstellung der EZB dazu, dass die Zinsen niedrig bleiben und vermehrt in Bestandsimmobilien investiert wird. Beides führt zu steigenden Preisen, die mittelbar die Mieten erhöhen. Dass trotz hoher Nachfrage der Wohnungsbau nicht in die Gänge kommt, hat mit dem komplizierten Planungsrecht und bürokratischen Bauvorschriften in Deutschland zu tun.

All das was wir derzeit erleben, hat nichts mit den Untiefen des Kapitalismus zu tun, sondern ist planwirtschaftliche Staatswirtschaft. Das Geld, seine Menge, sein Preis und seine Verteilung wird staatlicherseits über die Zentralbank geplant und gelenkt. Der Staat und die Banken profitieren auf den ersten Blick. Der Staat muss nicht sparen und kann den Wohlfahrtsstaat weiter ausbauen. Die Banken müssen faule Kredite nicht wertberichtigen und können notwendige Anpassungen aussitzen. Dennoch gibt es zwangsläufig Nachteile. Die Mieten steigen und die Arbeitnehmereinkommen halten nicht schritt. Linke sammeln nun Unterschriften gegen den „Mietenwahnsinn“ und meinen es sei der Kapitalismus, der sie arm macht. Doch tatsächlich ist es die Zinspolitik der EZB, die nicht nur die Grundlage für die Enteignung der Wohnungseigentümer bereitet, sondern auch die Arbeitnehmer enteignet, die in den Wohnungen zur Miete wohnen, aber diese nicht mehr bezahlen können.

Jetzt sagt der Berliner Senat, die Regelung werde nur für fünf Jahre gelten. Das klingt so verantwortungsbewusst, weil es ein überschaubarer Zeitraum ist. Der Mietendeckel soll die Freiheit des Eigentums jetzt einschränken, damit künftige Generationen sie wieder haben können. Mit Ralf Dahrendorf muss man diesen Freiheitsfeinden entgegnen: „Wer die Freiheit einzuschränken beginnt, hat sie aufgegeben und verloren.“