Photo: Anglebattle bros from Flickr (CC BY-ND 2.0)

Von Gottfried Heller, Finanz- und Börsenexperte und Mitgründer der FIDUKA.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „Die Revolution der Geldanlage“, das soeben in dritter Auflage erschienen ist.

Ende März hat die Rentenkommission mit dem schönen Namen „verlässlicher Generationenvertrag“ der Bundesregierung fast zwei Jahre nach ihrer Einsetzung ihren Bericht vorgelegt.  Das Presseecho fiel – für viele überraschend – äußerst verhalten aus. Und das zu Recht. Denn konkrete Empfehlungen sind selbst mit der Lupe kaum zu finden. Das gilt insbesondere für die betriebliche und private Altersvorsorge. Immerhin wurde deren aktueller Zustand richtig, nämlich als „in vielfacher Weise nicht zufriedenstellend“ bewertet und ein paar kosmetische Maßnahmen bei Riester-Rente und Co. angemahnt. Eine konkrete Empfehlung sucht man aber vergebens – außer in einem Punkt: Bei der Jahreszahl 2025. Falls bis dahin „keine umfassende zusätzliche Altersvorsorge der Erwerbstätigen erreicht“ ist, solle „die Verbesserung bestehender Instrumente und die Prüfung weitergehender Maßnahmen erfolgen“. Mit anderen Worten: In den nächsten fünf Jahren tut sich wenig bis nichts, obwohl angesichts der enormen Probleme Entscheidungen überfällig sind. Dabei würden ein paar Blicke ins Ausland genügen, um bewährte und zukunftsfähige Lösungen zu finden und rasch an deutsche Verhältnisse anzupassen. Dazu braucht es keine Kommission. In der Neuauflage meines Buchs „Die Revolution der Geldanlage“ habe ich Blicke in verschiedene Länder geworfen, die als Vorbilder dienen könnten. Hier sind Auszüge aus dem Kapitel über den Vermögensaufbau fürs Alter.

In der Altersvorsorge ist uns das Ausland meilenweit voraus

Es ist eine Schande, dass ein Land wie Deutschland mit der Produktivität seiner Wirtschaft, der Leistungsfähigkeit und dem Erfindergeist seiner Unternehmer und der technischen Fähigkeiten seiner Ingenieure, mit seiner Kompetenz im internationalen Wettbewerb und mit dem Fleiß und der Sparsamkeit seiner Bürger es über die Jahrzehnte nicht geschafft hat, eine tragfähige und zukunftsfeste Altersvorsorge aufzubauen. Die Amerikaner, die Skandinavier, die Schweizer, die Österreicher und sogar die Franzosen sind uns da Welten voraus. In der Wirtschaft sind wir Weltklasse, in der Altersvorsorge sind wir Provinzklasse.

Es ist aber auch kein Wunder, dass die Denke der meisten Deutschen in Sachen Geldanlage schon von Seiten des Staates risikoscheu und aktienfeindlich beeinflusst wurde. Die staatlich geförderte Vermögensbildung beschränkte sich weitgehend auf Kontensparen, Bausparen und Versicherungen. Das Aktiensparen blieb mehr oder weniger außen vor. Was kann man anderes erwarten, wenn der ehemalige Bundeskanzler und studierte Volkswirt Helmut Schmidt in einem Interview mit dem Zeit-Magazin gesagt hat: »Die Aktie an sich ist ein meinem Gefühl und meinem Denken wenig entsprechendes Instrument. Als Altersvorsorge ist die Aktie unbrauchbar.«

In keinem modernen Industrieland, ja, nicht einmal in ehemals kommunistischen Ländern wie China, Tschechien, Ungarn oder Polen sind Aktien in der Politik so verpönt wie in Deutschland. Es ist ein eklatantes, fahrlässiges Politikversagen, mit welcher Wurstigkeit alle Regierungen – gleich welcher Couleur – in all den Jahrzehnten nach Ludwig Erhard die private Vorsorge und den nachhaltigen Vermögensaufbau mit Hilfe der langfristig mit Abstand ertragsstärksten Anlageform, der Aktie, ignoriert haben. Und die Bürger mit Sprüchen wie »Die Rente ist sicher« in vermeintlicher Sicherheit gewiegt haben.

Dabei gehört Deutschland zu den Ländern, in denen die Probleme besonders gravierend zu werden drohen, und das aus mehreren Gründen: Unsere gesetzliche Rentenversicherung hat kaum Rücklagen gebildet, die zur Finanzierung beitragen könnten. Ein Kapitalstock wurde in unverantwortlicher Weise nicht aufgebaut. Während die in der Rentenpolitik angeblich so rückständigen Amerikaner über einen Kapitalstock von 2,8 Billionen Dollar verfügen – etwa 22.000 Dollar je Haushalt. Die Deutsche Rentenversicherung hat hingegen lediglich 40,7 Milliarden Euro Nachhaltigkeitsrücklage (so der offizielle Begriff) gebildet, das reichte Ende 2019 für etwa 1,8 monatliche Rentenzahlungen. Damit kommt man in Notzeiten wahrlich nicht weit. Die Durchschnittsrente in Deutschland ist jetzt schon im internationalen Vergleich niedrig, gemessen am Einkommen eines Durchschnittsverdieners. Die OECD hat diese so genannte Nettoersatzrate berechnet und kommt für Deutschland zu dem Ergebnis, dass die gesetzliche Rente 2018 knapp 52 Prozent der Einkommen erreicht hat. Das liegt weit unter dem Durchschnitt aller 34 OECD-Staaten von 59 Prozent. Innerhalb der EU-14, also der Staaten, die vor der Osterweiterung (ohne Großbritannien) der Europäischen Union angehört haben, war nur Irland schlechter platziert. Dieses Ergebnis ist deprimierend, wenn man bedenkt, dass hierzulande die Mehrzahl der Menschen ihre Einkünfte im Alter vorwiegend aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Und dass die ohnehin niedrige Nettoersatzrate wegen des sinkenden Rentenniveaus weiter zurückgehen wird.

Ausgerechnet in Deutschland verweigert die Politik jedoch sinnvolle Lösungen für eine bessere private und betriebliche Vorsorge. Das Vermögen, das in betrieblichen Pensionsfonds angelegt ist, erreichte 2018 nach Berechnungen der OECD in Großbritannien 104,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung (BIP).

Und in Deutschland? Da waren es magere 6,7 Prozent, so wenig wie in kaum einem anderen Industrieland und auch weniger als in der Mehrzahl der Schwellenländer. Da nur rund fünf Prozent des relativ kleinen Vermögens der deutschen Pensionsfonds in Aktien angelegt ist, ist die Rendite weit unterdurchschnittlich. In Großbritannien waren 2015 dagegen 20,2 Prozent des Vermögens in Aktien investiert, in den USA sogar 44,2 Prozent. Es gibt also Länder, die frühzeitig auf die Altersproblematik reagiert und die private und betriebliche Vorsorge gestärkt haben. Einige von ihnen haben Systeme und Anreize entwickelt, die Deutschland als Vorbild dienen könnten, ja sollten. Es macht einfach keinen Sinn, weiterhin auf dem toten Gaul Riester-Rente in die Zukunft zu galoppieren. Unsere Politik muss endlich umsatteln und leistungsfähigere Angebote fördern.

Ich habe internationale Beispiele ausgewählt, die mit unterschiedlichen Methoden das Rentenproblem angegangen sind. Sie können Deutschland als Anschauungsunterricht dienen, und sie zeigen eindrucksvoll, dass das Rad einer leistungsfähigen Vorsorge längst erfunden ist. Berlin muss es nicht immer wieder neu versuchen, sondern kann es zollfrei importieren. Für alle betrachteten Ländern habe ich zwei Kennzahlen ausgesucht: den Anteil des Umlageverfahrens an der Bruttorente eines Durchschnittsverdieners und das durchschnittliche Brutto-Geldvermögen pro Kopf in Euro. Alle Zahlen sind für 2018, Quellen sind OECD, Allianz Global Wealth Report 2019 und Deutsches Aktieninstitut (DAI).

Die Niederlande: Grundrente, Betriebsrente und private Vorsorge

Die Holländer haben ein Vorsorgesystem entwickelt, das vielen anderen Ländern als Vorbild dient. Es wird gerne als »Cappuccino-Modell« bezeichnet: Grundrente als Kaffee, Betriebsrente als Sahne und private Vorsorge als Schokostreusel obendrauf.

Die Grundrente ist nach dem Umlageverfahren gestaltet mit der Besonderheit, dass alle Bürger dort versichert sind. Das gilt sogar für Beamte, weshalb die Niederlande zu den wenigen Staaten gehören, in denen Beamtenpensionen nicht mit Steuergeldern finanziert werden. Die Grundrente ist einheitlich, im Jahr 2019 betrug sie 1.181 Euro für Alleinstehende und 1.628 Euro für Paare, wenn sie mindestens 50 Jahre in Holland gewohnt haben, ansonsten gibt es für jedes Jahr weniger zwei Prozent Abschlag.

Die zweite Säule besteht aus der kollektiven betrieblichen Altersversorgung. Die meisten Rentengelder werden von Pensionsfonds verwaltet. Es gibt zwar keine gesetzliche betriebliche Rentenpflicht, wenn aber die Sozialpartner entscheiden, dass sie ihren Beschäftigten Regelungen anbieten wollen, kann der Staat dies als allgemeinverbindlich vorschreiben. Dann wird die betriebliche Vorsorge zur Pflicht.

Üblicherweise zahlen die Arbeitgeber zwei Drittel der Beiträge ein, Arbeitnehmer entsprechend nur ein Drittel. Deshalb verfügen über 90 Prozent aller Arbeitnehmer über eine betriebliche Rentenversicherung, in Deutschland sind es nur 30 Prozent. Sie ist attraktiv, weil auf Pensionsbeiträge keine Steuern erhoben werden und alle Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Erst bei der Rentenauszahlung tritt die Steuerpflicht ein. Im Durchschnitt werden 31 Prozent der Gelder in Aktien investiert.

Da die ersten beiden Säulen zusammen ein hohes Altersruhegeld garantieren, wird die private Vorsorge vergleichsweise wenig genutzt, trotz steuerlicher Vorteile. Insbesondere Fondssparpläne und Versicherungen werden vom Staat gefördert. Die Niederländer zählen zu den Reichsten in Europa. Mit einem durchschnittlichen Bruttogeldvermögen von 146.155 Euro besaßen sie laut Allianz Global Wealth Report 2019 im Jahr 2018 fast doppelt so viel wie ihre deutschen Nachbarn mit 74.616 Euro. Der Anteil des Umlageverfahrens an der Altersrente eines Durchschnittsverdieners beträgt lediglich 30 Prozent gegenüber 75 Prozent in Deutschland. Hier wirkt sich aus, dass die betriebliche Altersvorsorge für ein beträchtliches Zusatzeinkommen sorgt.

Schweden: Ein Herz für Aktien

Einen ganz anderen Weg hat Schweden gewählt. Dort gibt es seit dem Jahr 2000 die so genannte obligatorische oder verpflichtende Prämienrente, in die jeder Arbeitnehmer 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens (zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung) einzahlen muss. In der Regel wird sie zu 60 Prozent vom Arbeitgeber und zu 40 Prozent vom Arbeitnehmer finanziert. Die Schweden hatten zeitweise bis zu 850 Fonds zur Auswahl, aus denen sie bis zu fünf aussuchen konnten – und haben häufig die falschen gewählt, also solche mit zu hohen Gebühren und viel zu geringen Erträgen. Deshalb hat die Regierung im Jahr 2010 zusätzlich einen staatlich verwalteten Standardfonds eingerichtet, genannt AP7.

Dieser AP7 besteht aus zwei Einzelfonds, einem Aktienfonds und einem Rentenfonds. Das Geld wird bis zum Alter von 55 Jahren des Versicherten voll in den Aktienfonds angelegt, anschließend wird ein zunehmend größerer Teil (der Aktienanteil wird pro Jahr um 3 Prozentpunkte reduziert) sicherheitshalber in den Rentenfonds umgeschichtet. Also eine bewusst aktienfreundliche Vorsorge mit dem Sicherheitsanker Rentenfonds in den letzten Jahren vor dem Ruhestand. Der Aktienfonds legt das Geld breit international in rund 2.500 Aktiengesellschaften an. Maßstab ist dabei der MSCI All Country World-Index, der über 3000 Aktien aus fast 50 Industrie- und Schwellenländern umfasst. Ausgeschlossen werden nur Aktien von Unternehmen, die bestimmte ethische Kriterien verletzen, und zum Beispiel im Waffenbau tätig sind oder als Umweltverschmutzer gelten.

Und siehe da, immer mehr Schweden wechseln in den AP7, weil er bisher sehr hohe Renditen gebracht hat und mit einer extrem niedrigen Kostenquote von jährlich unter 0,1 Prozent auskommt. Kein Wunder, dass der weit überwiegende Teil der neuen Vertragsabschlüsse dem AP7 zugutekommt. Aufgrund seines großen Erfolgs soll seine Rolle ab 2023 sogar noch zunehmen. Bis dahin will die Regierung eine Rentenreform verabschieden und AP7 weiter stärken. In Schweden trägt das Umlageverfahren immerhin 66 Prozent zur Altersrente bei, ist also gar nicht so viel niedriger als in Deutschland mit 75 Prozent. Das Durchschnittsvermögen je Kopf liegt mit 137 796 Euro erheblich über dem in Deutschland.

In den kommenden beiden Wochen stellt Gottfried Heller Ihnen noch die Modelle der USA und der Schweiz vor, und skizziert dann einen Reformvorschlag für Deutschland.

2 Kommentare
  1. Ralf Becker
    Ralf Becker sagte:

    In unserem Finanzsystem gibt es unzählige Warnsignale.

    Habe mal einige Medienüberschriften rausgesucht:
    – Kaum Spielraum im Krisenfall
    Moody’s hält Europa für anfällig
    – Daniel Stelter erklärt es bei Mission Money, warum Deutschland kein reiches Land ist
    – Welt am 17.04.2019
    Konjunktur: In Deutschland wächst nur noch der Staat
    – diverse Alternative Medien:
    Wachsende Risiken
    Professor Sinn warnt: „Deutschland ist zum Selbstbedienungsladen geworden“
    – Deutschlandfunk am 08.04.2020
    Coronavirus-Folgen für die Wirtschaft
    „Man hätte der Krise zuvorkommen können“

    Jedenfalls ist unser Geld als solches eine völlige Fehlkonstruktion, weil sämtliches Geld nur als Schuld, in der Regel nur durch die Kreditaufnahme bei den Banken, entstehen kann.

    – Hans-Werner Sinn: Unbequeme Wahrheit – so steht es wirklich um DEINEN Wohlstand // Mission Money

    Selbst die „heute Show“ mit Oliver Welke macht sich über unser Rentensystem lustig.
    Deutschlands Rentensystem sei krank, Riester bereits tot | heute-show vom 29.11.2019

    Etwa die FDP, Johannes Vogel, stellt in der FAZ die Frage: „Braucht auch die Rentenkasse eine Schuldenbremse?“

    Hierzu kann man jedoch unstrittig behaupten, dass unser Geld als solches ein einziger Konstruktionsfehler ist, den man mit der „Division durch Null“ vergleichen könnte.

    Johannes Vogel und Konstantin Kuhle schreiben in der Zeit:
    Marktwirtschaft und Freiheit gehören untrennbar zusammen

    Jedenfalls beruft sich die derzeitige Politik auf J. M. Keynes.

    Aber entspricht diese wirklich seinen Vorstellungen?
    Schließlich sei dieser es doch gewesen, der am Thron der nationalökonomischen Klassiker gerüttelt habe wie kein anderer. Er stellte zudem den Glauben an die „unsichtbare Hand“ des Marktes gemäß Adam Smith grundlegend infrage.

    Es gab seinerzeit die neukeynesianische Idee der Nachfrageunterstützung durch den Staat unter Inkaufnahme von Verschuldung, die wohl noch nicht mal von Keynes selbst stammte, und diese läutete seinerzeit eine neue Ära der Wirtschaftspolitik ein.

    hierzu:
    Makroskop, Heiner Flassbeck, am 25.09.2018
    Warum ich kein Keynesianer mehr sein kann (und will)

    Professor L. Randall Wray
    Keynes Was Not A Socialist, He Was Trying To Save Capitalism From Itself

    Aber wie löst eigentlich unser Zwangsfernsehen unsere vielen Probleme?
    (((Claus Kleber; Kuratoriumsmitglied der Atlantik-Brücke und Aspen-Institut, 600.000 EUR pro Jahr)))

    maybrit illner | 28.04.2016 | Länger schuften, mehr vorsorgen und im Alter trotzdem arm

    Aber die ARD/ ZDF-Talkshows, etwa mit Frau Illner, sind doch eher ein völliger Witz.
    Eingeladen war Carsten Linnemann, der auch schon mal folgendes behauptete:
    „Die Rente mit 63 ist eine dicke Kröte“
    Dann wollte Herr Linnemann auch schon mal die Grundrente neu verhandeln.

    Ebenso war zu dieser Sendung Axel Kleinlein, Bund der Versicherten, eingeladen.

    Dann kritisiert Sahra Wagenknecht es, dass nichts passiert.
    Wenn sie es aber vorschlägt, dass man die gesetzliche Rente noch ein wenig ausbauen könne?
    Irgendwo stehen doch bei der Linken die Spitzenpolitiker immer schon fest, aber die Inhalte der Linken sind regelmäßig grausam falsch.
    Dann hatte die Talkshow von Frau Illner Michael Heise, seinerzeit Chef der Allianz, eingeladen. Dieser ist wohl jetzt inzwischen beim „HQ Trust“.

    Wenn man aber den Teich der Banken austrocknen möchte, dann sollte man die Frösche nicht fragen. Frau Illner tut dies jedoch.

    Und wie werden in der EU eigentlich Wahlen gewonnen?
    Der „Schatzmeister“ der Finanzierungs-Task-Force der Macron-Bewegung, Christian Dargnat, war Generaldirektor bei BNP Paribas Asset Management

    Aber trocknen wir den Teich der Banken dadurch aus, wenn immer solche Personen wie etwa Herr Macron das Ruder übernehmen?

    Hatte zu „Tagesdosis 8.3.2019 – Macron – Demokratie-Polizei soll EU retten“
    folgenden Zusatzkommentar geschrieben:

    Das Handelsblatt bemängelt es am 27.01.2015, dass die Arbeitslosigkeit in Frankreich eine Rekordhöhe erreicht hätte.

    Allerdings frage ich mich, ob es der Sinn einer Wirtschaft sein sollte, dass das Kapital den Profitzwecken der Banken und eben gerade nicht der Abschaffung von Arbeit dient.

    Dann die schweizer Zeitung Work über Frankreichs Linkspolitiker Mélenchon.
    Es ginge ihm darum, «Oligarchen» einzufangen, etwa den Chef des Arbeitgeberverbandes, einen Waffenhändler, oder einen der 9 Milliardäre, die 90 Prozent der französischen Medien kontrollieren.

    Hier sieht man es, welche Art von Medien die Meinung in Frankreich beherrschen und womit die Wirtschaft in Frankreich ihr Geld verdient.

    Aber Oligarchen einzufangen ist vermutlich auch gar nicht so erfolgversprechend, weil die weltweiten Probleme global sind und selbst nicht einmal nur von der EU gelöst werden können.

    Dann gibt es auch noch die Macron Leaks mit angeblichen Vorwürfen von Waffenhandel bis Millionenkonten.

    Inzwischen hat Frankreich mit einem Fake News-Gesetz reagiert, bei dem aber viele eine Gefahr für die Meinungsfreiheit sehen.

    Der Boss des Software-Multi Capgemini, Paul Hermelin, gehörte jedenfalls zu den wichtigsten Geldgebern der Macron Bewegung und da ist es schon sehr offensichtlich, dass Macron Wahlkampfhilfen bekam, damit er „fremde“ Banken- und Wirtschaftsinteressen vertritt.

    Jedenfalls gibt es auch in Frankreich das Problem ständig sinkender Lohnkosten, aber Herr Macron will dennoch die Unternehmenssteuern senken.

    Dann will Herr Macron den französischen Wehretat drastisch steigern.

    Allerdings ist eine solche Maßnahme eindeutig vor allem im Interesse der Banken, zumal diese in Zeiten der Finanzkrise wegen des immer mehr einbrechenden Konsums vermutlich nur noch erfolgreich in Rüstung und Kriege investieren können.

    Schließlich gibt es auch die ständigen Inflationsgefahren, so dass andere Investitionen als für die Rüstung oft nicht möglich erscheinen.

    Frankreich würde sich gemäß eines Zeitungsartikels im Dezember 2018 über Rüstungsexporte in Höhe von ca. 12 Milliarden EUR nach Katar freuen.

    Etwas auffällig, dass Herr Macron einer der ersten war, die der Giftgas-Behauptung in Syrien ohne jede weitere Prüfung sehr bereitwillig glauben wollten.

    Er würde seinen Wahlkampf Henry Kravis, Chef einem der größten globalen Finanz-Unternehmen, und der NATO verdanken.

    Außerdem sei Macron durch Herrn Hollande nach einem Vorschlag von Jean-Pierre Jouyet für das Bilderberger Treffen vorgeschlagen worden und es zwingt sich daher ein wenig der Eindruck auf, dass er eine Marionette der Machteliten ist.

    Schließlich wissen wir es, dass auch die meisten deutschen Politiker in Spitzenpositionen dorthin eingeladen werden. Dies ist jedoch insofern problematisch, weil sich ständig der Eindruck aufdrängt, dass dies ein Casting für die Weltelite ist.

    Das Bilderberger Treffen scheint dann wohl doch etwas anderes als etwa ein Schützenverein zu sein, wo regelmäßig jedermann eingeladen ist.

    Herr Macron wird zudem von Hans Werner Sinn kritisiert.
    Herrn Macrons Ideen seien gefährlich.
    Die Forderungen des französischen Präsidenten liefen auf eine europäische Transfer- und Haftungsunion hinaus.

    Dann lese ich im Spiegel vom 19.04.2018:
    Vermögensverwalter Blackrock drängt auf europäische Bankenunion.
    Die mächtigste Fondsgesellschaft der Welt, Blackrock, stellt sich hinter Frankreichs Präsident Macron.

    Aber Olaf Scholz, ebenfalls ein ehermaliger Bilderberger-Teilnehmer, versucht es ebenfalls die Bankenunion voranzutreiben, obwohl diese Problemlösung doch vollkommen absurd ist, weil Banken eben auch Kriege und Umweltzerstörung verursachen.

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