Den Negativ-Preis „Goldener Engel der Scheinheiligkeit“ erhält in diesem Jahr die Organisation Oxfam Deutschland. Die Organisation erhält den zum zweiten Mal verliehenen Preis für ihre irreführende, auf Negativität und Neid basierende Kommunikation. Frank Schäffler dazu: „Man darf sich nicht auf die Logik Oxfams einlassen. Sie malen alles dunkel und schlecht.“

Prometheus legt wert darauf, dass sie die im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und insbesondere der Nothilfe stattfindende Arbeit Oxfams ausdrücklich von dem Preis ausnehmen.

Aus der Begründung:

Sie setzen auf Neid anstatt auf Motivation. Anstatt den Blick darauf zu richten, wie arme Menschen nachhaltig aus ihrer Situation herauskommen können, konzentrieren Sie sich in Ihrer Kommunikation auf Vorschläge, wie man „den Reichen“ etwas wegnehmen könnte.

„Diese Kommunikation ist in Zeiten von Fake News und wachsendem Populismus besonders gefährlich“, sagt Schäffler.

Ihre populistische Rhetorik gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Durch Ihre zugespitzten und zum Teil unsinnigen Vergleiche und plakativen Formulierungen tragen sie dazu bei, dass innergesellschaftliche Debatten an Schärfe gewinnen und unterschiedliche Gruppen gegeneinander in Stellung gebracht werden. Diese Klassenkampfrhetorik löst bestehende Probleme nicht, produziert aber neue.

Ihre Kommunikation ist unglaubwürdig. Wenn man Ihre eigenen Maßstäbe auf Ihre Organisation in Deutschland anwendet, wird klar, dass Sie selber auch nicht an diese Maximen glauben. Folgt man dieser Logik im Blick auf die Gehälter von Oxfam Deutschland, wird die Absurdität der Vergleiche deutlich:

Die Geschäftsführerin verdient an einem Tag das, was jemand in Burundi in einem Jahr verdient. Oder: Um so viel zu verdienen wie ein Bereichsleiter im Monat bekommt, müssen Menschen, die in Bangladesch zum Mindestlohn arbeiten, fünf bis sechs Jahre lang schuften. Oder: Was eine Fachliche Koordinatorin in einer Woche verdient, entspricht dem Gesamtvermögen von vier Äthiopierinnen oder 22 Malawiern. Oder: Die vier leitenden Angestellten verdienen im Jahr so viel wie 173 Haitianer. Oder: Das jährliche Personalbudget für 92 Hauptamtliche, 13 Studenten und 1 geringfügig Beschäftigten (4.462.278,60 €) ist so viel wie 11.668 ugandische Kaffeebauern-Familien in einem Jahr an Einkommen generieren.


Hier finden Sie den Brief mit der ausführlichen Begründung zur Preisverleihung:

Sehr geehrte Frau Lieser, sehr geehrte Damen und Herren,

es ist uns eine Freude, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie als zweiter Preisträger für den „Goldenen Engel der Scheinheiligkeit“ ausgewählt wurden.

Als Kandidaten qualifizieren sich Organisationen, bei denen Anspruch, Auftreten und Ansehen in einem Missverhältnis zur dahinterliegenden Wirklichkeit stehen.

Eine wichtige Sache gleich vorweg: In Ihrer Organisation und den Oxfam Shops engagieren sich über 5.000 Menschen ehrenamtlich. Viele der von Ihnen koordinierten und finanzierten Projekte sind wichtige Beiträge dafür, dass sich das Leben von Menschen verbessert: der Einsatz für Frauenrechte in Mali, die Verbesserung der Wasserversorgung in Syrien, die Sicherung von Landrechten in Sri Lanka oder die Förderung von Kleinunternehmern in Burundi. Diese konkreten Projekte sind mitunter viel effizienter und nachhaltiger als große staatliche Projekte.

Es ist bewundernswert, wie viel Einsatzbereitschaft die Freiwilligen und all Ihre Helfer rund um den Globus aufbringen – ein Zeichen der Hoffnung und eine echte Verbesserung der Lebensbedingungen. Warum sollte man Ihnen denn nun den „Goldenen Engel der Scheinheiligkeit“ verleihen?

Sie erhalten den Preis für Ihre Kommunikation. Immer wieder stehen Sie an vorderster medialer Stelle, wenn auf die wachsende Ungleichheit in der Welt hingewiesen wird. Mit dramatischen Worten klagen Vertreter von Oxfam an. Dabei richtet sich der Fokus besonders auf die zunehmende Zahl an Milliardären und die arithmetischen Verhältnisse zwischen Arm und Reich. Kritikwürdig sind in dem Zusammenhang aus unserer Sicht vor allem drei Aspekte:

1. Sie setzen auf Neid anstatt auf Motivation. Anstatt den Blick darauf zu richten, wie arme Menschen nachhaltig aus ihrer Situation herauskommen können, konzentrieren Sie sich in Ihrer Kommunikation auf Vorschläge, wie man „den Reichen“ etwas wegnehmen könnte. Damit stehen Sie in direktem Gegensatz zu der Arbeit, die Ihre Mitarbeiter vor Ort leisten.

2. Ihre populistische Rhetorik gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Durch Ihre zugespitzten und zum Teil unsinnigen Vergleiche und plakativen Formulierungen tragen sie dazu bei, dass innergesellschaftliche Debatten an Schärfe gewinnen und unterschiedliche Gruppen gegeneinander in Stellung gebracht werden. Diese Klassenkampfrhetorik löst bestehende Probleme nicht, produziert aber neue.

3. Ihre Kommunikation ist unglaubwürdig. Wenn man Ihre eigenen Maßstäbe auf Ihre Organisation in Deutschland anwendet, wird klar, dass Sie selber auch nicht an diese Maximen glauben. So bekommt etwa Ihre Geschäftsführerin in Ihrer Logik drei Mal so viel Gehalt wie der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer oder 20 Mal so viel wie Arbeitslosengeld II-Empfänger.
Zum ersten Punkt:

Fragen Sie mal bei Ihren Mitarbeitern vor Ort nach, woran es den Menschen im Kongo, in Pakistan und Ecuador besonders fehlt. Allein ein Blick auf die von Ihnen geförderten Projekte zeigt doch: „Stärkung der sozialen und beruflichen Eigenständigkeit“, „Reintegration von Ex-Kombattanten“, „Humanitärer Schutz“, „Förderung der gewerkschaftlichen Organisation“ … Der Knackpunkt ist in vielen Fällen nicht das Geld, sondern an erster Stelle politische Macht und dann auch häufig kulturelle und institutionelle Faktoren, die der Entwicklung von Menschen und Gesellschaften im Wege stehen.

Keiner südafrikanischen Sexarbeiterin und keinem sri-lankischen Bauern ist geholfen, wenn die reichsten 500 Menschen der Welt einfach pauschal höher besteuert würden. Am ehesten werden die Politiker der entwickelten Länder die Mehreinnahmen verwenden, um Wahlgeschenke an die eigene Bevölkerung zu verteilen. Geld löst nicht alle Probleme – ja, oft schafft Geld erst Probleme.

So schreiben sie sehr treuherzig in Ihrem jüngsten Jahresbericht: „Armen Ländern entgeht durch die Steuervermeidung von Konzernen und reichen Einzelpersonen mehr an Steuereinnahmen pro Jahr, als die gesamte weltweite Entwicklungshilfe beträgt. … Dieses Geld fehlt den Regierungen für dringende Investitionen in Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Sicherung, um Armut zu lindern und soziale Ungleichheit zu verringern.“ Noch einmal: fragen Sie Ihre Mitarbeiter vor Ort! Glauben Sie tatsächlich, dass die Regierungen in Äthiopien, Jemen, Simbabwe und Tschad die Mehreinnahmen in solche Maßnahmen investieren würden? Vermutlich würde das zusätzliche Geld in Waffen, Korruption, Polizeistaat, pompöse Bauwerke und Staatsunternehmen fließen.

Ihr Lösungsvorschlag, reichen Menschen etwas wegzunehmen, würde zwar rein rechnerisch die Ungleichheit verringern. Dass sich dadurch die Situation der Armen, Entrechteten und Unterdrückten auch nur marginal verändern würde, darf man jedoch bezweifeln. Insofern handelt es sich bei solchen Forderungen um reinen Populismus. Wünschenswert wäre hingegen ein konstruktives Arbeiten an Verbesserungen – genau so, wie es die von Ihnen unterstützten Sozialarbeiter in Benin und Tansania tun.

Zum zweiten Punkt:

Klar, sie meinen es nur gut, wenn sie nach drastischen Bildern suchen, um die Menschen in der westlichen Welt wach zu rütteln. Aber wenn man sich dafür entscheidet, eine bestimmte Strategie zu wählen, sollte man auch immer mitbedenken, welche Folgen diese Strategie über den gewünschten Nutzen hinaus haben kann: wenn z. B. Biokraftstoffe gefördert werden, kann damit die Zerstörung des Regenwalds beschleunigt werden. Wir denken: Sie übersehen die unbeabsichtigten Folgen Ihrer Kommunikationsstrategie.

Während sie natürlich auch auf absolute Armut und absolute Probleme wie Kindersterblichkeit, keinen Bildungszugang oder religiöse Verfolgung hinweisen, stehen im Zentrum Ihrer Kommunikationsstrategie relative Vergleiche. Etwa in Ihrem letzten Jahresbericht: „In nur vier Tagen verdient ein Vorstandsvorsitzender eines der fünf größten Modekonzerne so viel wie eine Näherin in Bangladesch in ihrem ganzen Leben.“ Sie suggerieren damit, dass es möglich wäre, Carol Meyrowitz, der Vorstandsvorsitzenden von TJX, etwas von Ihrem Jahresgehalt von 9 Millionen Dollar wegzunehmen, um es denjenigen zu geben, die die Produkte von TJX herstellen. Würden Sie das als persönlichen Appell an die entsprechenden Personen richten, könnte daraus etwas werden. Frau Meyrowitz könnte sich schlau machen, wer so alles für ihre Firma arbeitet, und den Leuten dann etwas von ihrem Gehalt abgeben.
Wenn Sie die Aussage aber einfach so in den Raum stellen, verändert sich deren Charakter. Sie wirkt nicht mehr wie eine moralische Forderung an ein Individuum, sondern wie ein politischer Anspruch, der mit emotionalen Bildern untermauert wird. Wer so etwas hört, muss sich empören über die Ungerechtigkeit. Und das erzeugt nicht etwa positive Energien, sondern vor allem Wut gegenüber denjenigen, die mehr haben. Anstatt etwa das eigene Konsumverhalten zu überdenken, beruhigt man sein Gewissen, indem man auf die Reichen „da oben“ schimpft. Es wäre absurd, zu behaupten, dass alle Reichen der Welt wohlwollende Menschen mit höchsten moralischen Standards sind. Aber sie in Klassenkampfmanier zum Hauptgegner zu machen, geht an dem eigentlichen Anliegen komplett vorbei.

Stattdessen rufen Sie in unserer Gesellschaft dadurch negative Emotionen hervor. Sie bringen Menschengruppen gegeneinander in Stellung, anstatt sie an einen Tisch zu bringen. Sie wollen den Armen helfen, tragen aber vor allem Zwist in unser Miteinander. Es ist wie mit dem berühmten Zauberlehrling von Goethe: die Geister, die sie mit einer solchen Kommunikation rufen, werden ganz andere Dinge bewirken als sie beabsichtigt haben. Keiner Näherin ist geholfen, wenn sich Menschen an Stammtischen darüber aufregen, dass manche Menschen mehr Geld verdienen als andere. Am Ende gehen gerade enttäuschte Menschen den politischen Akteuren auf den Leim, die mit einfachen Parolen an dieses Wutgefühl appellieren.

Die Fixierung auf den monetären Bereich geht auch an der Wirklichkeit vorbei und verzerrt die Wahrnehmung. Sie schreiben, dass „82 Prozent des weltweiten Vermögens, das im vergangenen Jahr angehäuft wurde, in die Taschen des reichsten Prozents der Bevölkerung geflossen sind. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung hat dagegen überhaupt nicht vom Vermögenswachstum profitiert.“ Das ist ein statistisches Zahlenspiel mit geringer Aussagekraft. Völlig außer Acht gelassen werden Faktoren wie Bildung und Gesundheit, die sich – auch aufgrund der Arbeit Ihrer Partner – substantiell verbessern können, ohne dass man persönlich einen Cent mehr einnimmt. Nicht berücksichtigt ist darin, dass Rechtssicherheit und politische Stabilität nicht monetär ausgedrückt werden können: von persönlicher Lebenszufriedenheit ganz zu schweigen.

Zum dritten Punkt:

In einem marktwirtschaftlichen System wird mit Preisen gearbeitet. Verantwortung hat einen Preis – und wer Verantwortung übernimmt, kann diesen Preis einfordern. Dieter Zetsche bekam zuletzt 5,9 Millionen Euro pro Jahr. So viel war es dem Daimler-Konzern wert, dass sein Vorstandsvorsitzender Verantwortung übernimmt. Auch Ihre Mitarbeiter sind Ihnen etwas wert. Sie zahlen eine bestimmte Summe, weil sie für einen niedrigeren Preis mitunter nur schlechter qualifizierte Personen für den Job bekommen würden. Ihre Geschäftsführerin ist Ihnen 105.134 € im Jahr wert.

Auch Ihre sonstigen Gehälter sind durchaus großzügig – ein schönes Zeichen der Wertschätzung. Aus unserer Sicht ist das völlig in Ordnung: wenn ein Gehalt unter fairen Marktbedingungen erzielt wird, kann es so hoch sein, wie man will – Neid oder Missgunst haben da nichts verloren. Ihre zahlreichen Mitarbeiter und Ihre Geschäftsführerin haben ja auch niemandem unrechtmäßig etwas weggenommen. Alles in bester Ordnung. Alles? Nun ja, alles wäre in bester Ordnung, wenn Sie nicht immer diese statistischen Vergleiche machen würden, die keine vernünftige Schlussfolgerung zulassen, aber immer sehr dramatisch klingen und letztlich an menschliche Missgunst appellieren. Deklinieren wir doch einmal die Gehälter von Oxfam Deutschland nach Ihrer Logik durch:

Die Geschäftsführerin verdient an einem Tag das, was jemand in Burundi in einem Jahr verdient. Oder: Um so viel zu verdienen wie ein Bereichsleiter im Monat bekommt, müssen Menschen, die in Bangladesch zum Mindestlohn arbeiten, fünf bis sechs Jahre lang schuften. Oder: Was eine Fachliche Koordinatorin in einer Woche verdient, entspricht dem Gesamtvermögen von vier Äthiopierinnen oder 22 Malawiern. Oder: Die vier leitenden Angestellten verdienen im Jahr so viel wie 173 Haitianer. Oder: Das jährliche Personalbudget für 92 Hauptamtliche, 13 Studenten und 1 geringfügig Beschäftigten (4.462.278,60 €) ist so viel wie 11.668 ugandische Kaffeebauern-Familien in einem Jahr an Einkommen generieren. Sie merken vielleicht: mit Zahlen kann man alles machen … Ja, mit Zahlen könnte man Sie sogar arm rechnen, denn Ihre Geschäftsführerin müsste halt auch 56 Jahre lang den Buckel krumm machen, um so viel zu verdienen wir Dieter Zetsche in einem Jahr.

Durch die Zahlenspiele, die Sie durchführen, vermitteln Sie den Eindruck, mit knallharten Fakten zu arbeiten – gerade in Zeiten wie diesen, die vor fake news nur so triefen, ein wirkmächtiges Argument. Was will man denn dagegen einwenden: Sie präsentieren blanke Zahlen, und Zahlen lügen nicht! Tatsächlich aber erreichen Sie mit solchen Zahlenspielen (vermutlich ohne das zu beabsichtigen) nicht etwa Mitgefühl und Spendenbereitschaft, von Aufklärung ganz zu schweigen, sondern wecken nur weitere Neid-Gefühle.

Wie verträgt es sich miteinander, immer und immer wieder die Reichen anzuprangern und dann der Geschäftsführerin ein Gehalt von 105.000 Euro auszubezahlen? Die Kollegen von Campact, die sich ja auch stark gegen globale Ungerechtigkeiten einsetzen, sind da mit 74.000 € schon erheblich zurückhaltender. Noch einmal: jeder einzelne Cent ist Ihnen gegönnt. Im Vergleich zu anderen Geschäftsführern mit einer solchen Personal- und Budgetverantwortung ist das nicht einmal sonderlich viel. Allerdings werden hier auch Marktwert und getragene Verantwortung zum Maßstab und nicht größtmögliche Gleichheit. Die doppelte Moral, die damit hinter Ihrer Kommunikationsstrategie steckt, sollten Sie dringend überdenken!

Ihre Anliegen sind großartig. Eine Welt ohne Armut, Hunger und Leid; eine Welt voller strahlender Kinderaugen, selbstbewusster Frauen und zufriedener Greise – diese Welt wollen auch wir! Wir können uns sicherlich vortrefflich streiten, wenn es darum geht, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Wo Sie „Finanztransaktionssteuer“ rufen, schallt es aus unserer Ecke wahrscheinlich eher „Handelshürden abbauen“. Und während Sie den Entwicklungshilfe-Etat vergrößern wollen, würden wir am liebsten staatliche Stellen komplett von Zahlungen ausnehmen.

Diesen Preis erhalten Sie aber nicht, weil wir Differenzen haben im Blick auf die Methoden. Sie erhalten ihn für Ihre Kommunikation, weil wir den Eindruck haben, dass für Sie bisweilen der Zweck die Mittel heiligt. Die Folgeschäden dieser Einstellung sind aus unserer Sicht fatal: eine bereits zerrissene Gesellschaft wird noch weiter hineingezogen in das „Wir-gegen-die“-Denken, das den zivilisierten Diskurs in freiheitlichen und offenen Gesellschaften nachhaltig bedroht und beschädigt.

Wir wünschen Ihrer Kommunikationsstrategie gute Besserung, auf dass sie dazu beitrage, in unserer Gesellschaft Verantwortungsgefühl zu wecken und die weltweite Armut weiter verringert wird!

Mit freundlichen Grüßen,

Frank Schäffler
Clemens Schneider

3 Kommentare
  1. Dr. Alexander Dill
    Dr. Alexander Dill sagte:

    Grundsätzlich finde ich es gut, wenn NGOs unter die Lupe genommen werden. Deren Transaktionskosten betragen in der Regel zwischen 50 und 90 Prozent der Fördermittel, wobei noch nicht einmal die BMZ-Büros und das BMZ selbst mit einberechnet sind.
    Als einziges deutsches Mitglied der UN-Arbeitsgruppe (UN IATF on FfD) für die Finanzierung von Entwicklung konnte ich aufzeigen, dass Philanthropie und auch PPP als Quellen der Überwindung von Armut winzig sind im Vergleich zu den öffentlichen Mitteln der OECD-Länder:
    https://developmentfinance.un.org/sites/developmentfinance.un.org/files/The_SDGs_are_public_goods_IATF_2019.pdf
    Das Problem ist, dass gerade die FDP keinerlei alternative Ideen und Vorschläge unterbreitet. Ja, die Mittlerorganisationen der Entwicklungshilfe sind – so wie auch die FDP und ich – scheinheilig. Aber es geht um Alternativen, nicht nur um Kritik.
    Oxfam bezieht sich auf Piketty. Um einmal am Beispiel Deutschland die Absurdität des Blicks auf „die Reichen“ aufzuzeigen: 2016 wurden in D in Börsengängen 7 Milliarden Euro erlöst, während der Staat 180 Milliarden Euro neue Kredite aufnahm. (Zahlen ohne Gewähr)
    In Deutschland herrscht eine Mehrheit von Reichen über eine Minderheit von Armen – dies ist so auch in allen Nachbarländern. Und ja, das Klagen der Reichen über die Armut der Armen ist wirklich rührend. Nicht nur bei Oxfam.

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  2. Sebastian Hinsch
    Sebastian Hinsch sagte:

    Erst war ich skeptisch wegen dieses „Preises“, aber die Begründung liest sich wunderbar klar und einleuchtend!

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