EZB – die Insolvenzverschleppung und der Wahnsinn gehen weiter

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Photo: Tony Hisgett from Flickr (CC BY 2.0)

Von Matthias Weik und Marc Friedrich, Autoren von “Der Crash ist die Lösung” und „Kapitalfehler Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“.

Der Wahnsinn der EZB geht weiter. Während manche von einer Zinswende faseln können wir diese nirgendwo keinesfalls erkennen. Lassen Sie sich nicht in die Irre führen. Um Klartext zu sprechen: Es gibt keine Zinswende und es wird auch in den nächsten Jahren keine geben! Markante Zinserhöhungen können wir uns alle abschminken. Der EZB-Chef Mario Draghi hat gestern verkündet, dass der Zins weiterhin bei 0 Prozent und der Negativzins für Bankeinlagen bei der EZB weiterhin bei minus 0,4 Prozent bleiben. Was ist das bitte für eine Zinswende? Obendrein wurde verkündet, wie von uns richtig vorhergesagt, dass das irrsinnige Aufkaufprogramm der EZB, welches eigentlich Ende dieses Jahres enden sollte, abermals verlängert wird. Zwar werden dann keine 60.000 Millionen Euro sondern nur noch 30 Milliarden Euro pro Monat, für weitere 9 Monate, gedruckt! Das sind jedoch immer noch 30.000 Millionen Euro pro Monat und insgesamt 270.000 Millionen zu viel. Das soll die Wende sein? Wir gehen davon aus, dass auch im September 2018 damit nicht Schluss ist und auch 2019 weiterhin Geld von der EZB Geld gedruckt wird und der Zins im Keller bleiben wird, da Draghi keinen Plan B zur Lösung der Krise hat außer dieses eine Notenbankexperiment welches an pure Verzweiflung grenzt. Die Party an den Märkten dürfte also bis dahin weiter gehen. Es bleibt spannend was die EZB noch aufkaufen will. Wir werden im September 2018 dann eine noch ratlosere EZB sehen, die weiterhin verzweifelt Zeit kaufen wird, welche die Politik abermals nicht nutzen wird.

Bis zum heutigen Tag hat allein die EZB über 2.188.000.000.000 Euro (2,188 Billionen Euro) in die Märkte gepumpt und seit gestern ist bekannt, dass kein Ende in Sicht ist. Der Wahnsinn wird sich bis September auf 2,55 Billionen auftürmen für im Notfall wir alle haften müssen. In Anbetracht der gigantischen Schuldenberge und der äußerst schwachen Wirtschaft insbesondere in Griechenland und Italien, aber auch in Frankreich, Portugal und Spanien werden wir auch in Zukunft keine markanten Zinserhöhungen sehen, da ansonsten eben diese Staaten relativ zügig erhebliche Refinanzierungsprobleme bekommen würden. Unbestreitbar ist der Euro viel zu stark für die Länder Südeuropas und viel zu schwach für Deutschland. Diese Tatsache wird auch Herr Draghi mit seinem unverantwortlichen Programm nicht verändern können. Im Zins- und Währungskorsett des Euros wird die Südschiene Europas niemals auf die Beine kommen.

 

Gegenwärtig ist die Bilanzsumme der EZB, mit über 5 Billionen Euro, wovon 2,2 Billionen Euro auf die Wertpapierkäufe entfallen, höher als die der US-Notenbank FED. Die EZB ist mittlerweile zu einem wichtigen Marktteilnehmer geworden. Sie kauft Aktien und Anleihen von Unternehmen auf, welche auf eher tönernen Füßen stehen. Obendrein kauft sie Staatsanleihen von Ländern wie beispielsweise Griechenland auf, welche faktisch bankrott sind, oder Ländern wie Italien, welche wirtschaftlich gesehen mit dem Rücken zur Wand stehen. Längst betreibt die EZB monetäre Staatsfinanzierung welche offensichtlich verboten ist. Man kann es auch knallhart als Insolvenzverschleppung bezeichnen. Wenn Notenbanken auf globaler Ebene permanent in die Märkte eingreifen kann man nicht mehr von freier Marktwirtschaft sprechen sondern von Planwirtschaft. Fakt ist jedoch auch: mit der Notenbankpresse lassen sich nachhaltig keine Probleme lösen auch wenn eben dies auf globaler Ebene versucht wird. Ein Blick nach Japan zeigt auf, wie weit man diesen Irrsinn treiben kann. Mittlerweile hält die japanische  Notenbank – Bank of Japan – 75 Prozent aller japanischen ETFs. Wo bitte soll die Reise hingehen? Werden Notenbanken bald die größten Anleihen-, Aktienbesitzer… Es ist überdeutlich, dass wir mittlerweile keine freien Märkte mehr haben, sondern dass ganz eindeutig eine Planwirtschaft der Notenbanken herrscht. Bekanntlicherweise hat Planwirtschaft noch nie funktioniert. Aber Herr Juncker hat jetzt eine Lösung präsentier wie wir den Euro und die EU retten können: Die Ausweitung des Euros in alle Länder – ja auch in Rumänien und Bulgarien. Folglich werden wir uns in Zukunft warm anziehen müssen.

  • Wohlwollender Beobachter

    Eine Beendigung der Insolvenzverschleppung im Falle Griechenlands und Portugals könnte erfolgen durch Forderungsverzicht der EZB auf den Target II Saldo Griechenlands von aktuell 64 Mrd. EUR. Bei Portugal mit einem aktuellen Target II Saldo von 77 Mrd. EUR und besserer Bonität reicht ein teilweiser Forderungsverzicht. Die resultierende Überschuldung der EZB könnte durch die Deutsche Bundesbank bzw. aus dem deutschen Staatshaushalt ausgeglichen werden, jedoch nur unter folgenden Auflagen:
    1. Reform des Target II-Systems. Verzinsung der Salden zu einer hohen Penalty Rate und regelmäßiger Ausgleich der Salden z.B. am Monatsultimo.
    2. Sofortiges Einfrieren der extrem hohen Negativsalden von Spanien und Italien und Abschluss einer langfristigen Rückführungsvereinbarung mit laufender Ratenzahlung.
    3. Verzicht von Griechenland auf Reparationsforderungen ggü. Deutschland.
    4. Dauerhafte Target II Salden zukünftig nur nach vorheriger Einzelfallgenehmigung durch die Parlamente aller EU-Staaten.

  • Alfred Reimann

    Die Staatsschulden mehr oder weniger erlassen, es ist nur Geld aus dem Nichts! Wichtiger ist das Staatsschuldenprivileg der Politiker möglichst abzuschaffen, ebenso das Geldschöpfungsprivileg der Geschäftsbanken.

    Wohlbefinden und Wohlstand resultieren aus freiwillige erbrachter Leistung, deren Angebot und Verkauf, ohne Schaden für andere Menschen. Wir brauchen mehr Motivation für produktives Handeln und Investieren. Boden- u. Verbrauchssteuern statt Lohn- u. Einkommenssteuern.

    Schenkgeld entdecken und ein mtl. Notenbank-Grundeinkommen an alle Bürger auszahlen. Mehr Freiheit ermöglicht mehr Innovationen und einen weniger schmerzhaften Anpassungsprozess der Produktion an die realen Verkäufe. Überproduktion, nicht Mangel ist die Wirkung(Problem u. Lösung) der kapitalistischen Produktionsweise, beruhend allein auf dem Eigentum am eigenen Körper, dessen Handlungen und Leistungen.

    Geld erhält seine Kaufkraft durch das Leistungsangebot der Bürger. Warum sollen diese nicht auch gleich und gerecht davon profitieren?

    Natürlich auch durch die positiven externen Effekte der Leistungen aller anderen Menschen auf der Erde. Die bekommt jeder von uns geschenkt.

    Die Welt geht durch einen Buchungssatz der EZB und des Finanzministeriums nicht unter.

    Die Bürger sollten nur wissen – wer – profitiert! Nur so können sie mehr Freiheit wählen.

  • Richard

    Sehr gut und treffend beschrieben – Danke!

  • globalvoter.org

    Es wurde im Artikel klar beschrieben, daß wir bereits in einer Planwirtschaft leben, weltweit! Mithin, sind alle Märkte manipuliert, inkl. AU/AG. Trotzdem, kommt es nicht zur Diskussion, wohin dieser Wahnsinn´s Trip hinführen wird. Auch nicht seitens der Autoren! Wir kommen zur virtuellen „DiktaturTotal Orwell 2.0“!
    Das Bargeldverbot wird der letzte Mosaikstein sein. Danach, ist dem System, der Macht Weniger, keine Grenze mehr gesetzt, die Bürger zu unterjochen, wie beliebt. Es kommt der „chip“ und das Ende der Zivilisation, wie wir sie kannten. Schluß mit Freiheit und Selbstbestimmung! Wir selber, wie im Schuldgeldsystem sind die Mittäter, auch, in der virtuellen Diktatur. (Eins, zwei, drei, wir sind bei facebook, google, youtube, whatsapp, dabei!) („chip“ is hip!“) Das ist kein Wahnsinn, sondern Selbstmord!
    Dazu kommt die weitere schlechte Nachricht, die auch von diesen Autoren und vielen anderen im Markt ignoriert wird. Bei Abschaffung des Bargeldes, kommt auch AU/AG unter die Räder der Totalität. Es verliert seine Fungibilität. Ende des „Werteankers“ seit 5000 Jahren. Das ist die Neuerung, die keiner erkennt.
    Es geht nicht um das Schuldgeldsystem, sondern, allein, um die absolute Macht. Der Crash kommt nicht !
    Ergo, wenn jemand nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein wollte und ich garantiere, all den neunmalklugen Gierhälsen („ist doch, alles, schön“), auch, ihr werdet in der virtuellen Dominanz abgezockt!