Von Prof. Roland Vaubel.

Schäuble hat stets erklärt, die deutschen Steuerzahler würden ihr Geld zurück erhalten. Das Schlimmste, was ihm passieren kann, ist daher, dass sich die neue griechische Regierung für zahlungsunfähig erklärt. Diese Drohung schwebt wie ein Damoklesschwert über seinem Kopf.

Viele Probleme könnten wir leicht – und besser! – selbst lösen. Und doch hört man erschreckend häufig den Satz: „Da muss doch der Staat was machen“. Das ist eigentlich ein Rückfall vor die Aufklärung. Warum Politiker unsere Probleme oft nicht lösen können oder wollen.

Während der Bundestag über das nächste Hilfspaket für Griechenland abstimmt, bereitet der griechische Finanzminister eine Steueramnestie über 67 Milliarden Euro vor – das sind rund 150 Prozent des jährlichen Steueraufkommens. Kann es wirklich so weiter gehen?

Wenn die Wettbewerbsfähigkeit einer Wirtschaft vom möglichst geringen Außenwert der eigenen Währung abhängen würde, wäre Simbabwe heute Exportweltmeister. Doch die Schweiz zeigt: Wirtschaftlicher Erfolg für alle stellt sich ein durch die Kombination einer stabilen Währung mit der Anpassungsfähigkeit der Arbeitnehmer.

Von Prof. Stefan Kooths.

Wenn durch Kollektivvokabeln wie „Volkswille“, „Landesinteresse“ oder „die Griechen“ Aggregate zu Akteuren stilisiert werden, tritt das Denken bereits schleichend den Weg in die intellektuelle Knechtschaft an. Gerade weil die Demokratie ein kostbares Gut ist, müssen Demokraten darauf achten, dass sie nicht für kollektivistische Absichten missbraucht wird.

Zum Thema „Euro oder Drachme – Was kostet uns Griechenland?“ diskutierte Frank Schäffler mit Alexis Passadakis am 22. Februar bei Peter Hahne im ZDF. Schäffler wies auf die fatalen Auswirkungen der Euro-Rettung hin: „Das Ziel ist, dass man aus guten Nachbarn Schuldner und Gläubiger macht, damit man einen Europäischen Superstaat vollenden kann … Da ist leider Griechenland jetzt das Opfer dieser Entwicklung.“